Beschreibung
Nachdem die bisherigen Räumlichkeiten der Dresdner Bank, der Zinßerturm sowie das Verwaltungsgebäude an der Gallusanlage 8, zu klein geworden waren, plante die Bank einen 32-geschossigen Neubau. Das Stadtparlament bewilligte jedoch nur 25 Geschosse im gründerzeitlichen Bahnhofsviertel. Da der Rohbau zu gedrungen wirkte, reichte die Stadt die Genehmigung für die Ursprungsplanung nach. Der aufgrund seiner matt glänzenden Aluminiumfassade heute als Silberturm bezeichnete Bau gliedert sich in zwei quadratische, punktsymmetrisch angeordnete und gegeneinander versetzte Baukörper, die zwischen zwei Versorgungstürme eingehängt sind. Die abgerundeten Ecken, die helle Farbgebung der Verkleidung sowie die ausgestanzten Fenster und der spiegelnde Sonnenschutz geben dem Turm sein futuristisches Aussehen. Ein Brunnenensemble des Bildhauers Heinz Mack grenzt den nach dem ehemaligen Vorstandssprecher Jürgen Ponto benannten Vorplatz zur Weserstraße ab.
Auch die ursprüngliche Innenausstattung spiegelte die zukunftsweisende Entwurfshaltung der Planer wider. Diese baute auf dem Corporate Design der Dresdner Bank auf, das ABB in Zusammenarbeit mit Otl Aicher entwickelten: Unter Berücksichtigung neuester arbeitspsychologischer Erkenntnisse wurden eine offene Bürolandschaft mit Arbeitsinseln sowie ein flexibles Möbelsystem entwickelt, das es erlaubte, jeden Arbeitsplatz individuell zu gestalten. Beruhigende, an die Hausfarbe der Dresdner Bank erinnernde Grüntöne und eine helle sandfarbene Einrichtung sowie ein Schwimmbad und ein Auditorium im 31. Geschoss sollten eine menschliche Arbeitswelt schaffen.
Um heutige energetische Standards zu erfüllen, erfuhr der Büroturm, der gegenwärtig von der Deutschen Bahn genutzt wird, in den Jahren 2009 bis 2011 eine Sanierung.
(Evelyn Steiner)
aus: Philipp Sturm, Peter Cachola Schmal: Hochhausstadt Frankfurt – Bauten und Visionen seit 1945, Ausstellungskatalog DAM, München, London, New York 2014