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Ludwig Mies van der Rohe

  • Tätigkeit Architekt/in
  • Nachweiszeit 1886 - 1969
  • Wirkungsort Aachen
  • weiterer Wirkungsort Chicago

Biografie


 Nach dem Besuch der Aachener Domschule und der Aachener Gewerbeschule (1899-1901) entwarf der junge Mies Stuckornamente für einen Innendekorationsbetrieb. 1905 ging er nach Berlin, wo er zunächst bei Bruno Paul und dann bei Peter Behrens (1908-10) beschäftigt war. Bei Behrens arbeiteten damals auch Walter Gropius und Le Corbusier. 1911 übernahm er die Bauleitung der deutschen Botschaft in Petersburg. Im selben Jahr zog er nach Den Haag, plante ein Landhaus für das Ehepaar Kröller-Müller, das allerdings nicht ausgeführt wurde, und lernte Hendrik Berlage kennen. 1913 kehrte er nach Berlin zurück, eröffnete ein eigenes Büro und wurde im Krieg nach Rumänien verschlagen. Zum Turmhaus-Wettbewerb in Berlin 1921 reichte er den programmatischen Entwurf eines Glashochhauses ein, der drei im Grundriß etwa dreieckige Flügel um einen runden Versorgungsschacht plazierte; ein Stahlskelettbau mit völlig verglasten Außenwänden ohne jegliche Höhengliederung. Unmittelbar darauf folgten das Modell eines 30stöckigen Glashochhauses auf einem unregelmäßigen, gekurvten Grundriß und Skizzen zu einem Bürogebäude aus Stahlbeton mit umlaufenden Glasbändern. 1922 wurde er Mitglied der 'Novembergruppe' und nannte sich nun Mies van der Rohe. Zusammen mit van Doesburg, Lissitzky und Richter gab er 1923 die Zeitschrift 'G' (für Gestaltung) heraus und beschäftigte sich mit den Entwürfen für zwei Landhäuser aus Backstein, deren weit ausgreifende Mauern und aufgelöste Grundrisse die Wohnhaustypologie revolutionierten. 1926 wurde er Vizepräsident des Deutschen Werkbundes, übernahm die Leitung der Ausstellung in Stuttgart-Weißenhof 1927 und gestaltete dafür einen Wohnblock in Stahlskelettbauweise. Für den Seidenfabrikanten Hermann Lange baute er 1927 bis 1930 eine Villa in Krefeld und zur gleichen Zeit den deutschen Pavillon auf der Internationalen Ausstellung in Barcelona 1929: ein Raumkontinuum in kühlen Materialien wie Marmor, Travertin, Glas und Stahl. 1930 stellte er die Villa Tugendhat in Brünn fertig, bei der er die freie Raumlösung des Barcelona-Pavillons erstmals bei einem Wohnhaus realisierte. Wie schon in der Stuttgarter Ausstellung und in Barcelona ergänzten von Mies entworfene Möbel aus Stahlrohr und Flachstahl die Gestaltung. Nach 1930 leitete er das Dessauer Bauhaus bis zur Schließung im Oktober 1932. Versuche, die Institution in Berlin weiterzuführen, scheiterten. 1938 emigrierte er in die USA und wurde Direktor der Architekturabteilung am späteren Illinois Institute of Technology in Chicago. Für die Neugestaltung des IIT-Hochschulgeländes stellte er 1940 den Gesamtplan fertig, eine strenge, rechtwinklige Anlage mit im Raster modifizierten Einzelbauten für Lehre und Forschung, die bis Ende der fünfziger Jahre sukzessiv fertiggestellt wurden: das Metal Research Gebäude beispielsweise 1943, das Chemie-Gebäude und die Alumni Memorial Hall 1945 und die Crown Hall, Zentrum und Höhepúnkt des Komplexes,1956. Komplett aus Glas konzipierte Mies die Hülle des Wochenendhauses für Edith Farnsworth in Plano, Illinois (1946-51); Terrassen-, Boden- und Deckenplatte werden von weißlackierten Stützen 'schwebend' über dem Boden gehalten. Weitere Entwürfe für Glashäuser sind das Caine-Haus (1950) und das quadratische '50 by 50 House' (1950/51). Gleichzeitig entstanden Wolkenkratzer aus Stahl und Glas, wie die berühmten Apartmenthäuser am Lake Shore Drive in Chicago mit gerasterten Vorhangfassaden, gefolgt von dem Commonwealth-Promenade-Apartmenthaus und den 900-Esplanade-Apartments. Zu den bedeutendsten Leistungen Mies van der Rohes zählen ferner das mit Philip Johnson realisierte Seagram Building in New York (1954-58) und die Neue Nationalgalerie in Berlin (1962-67) .

Bestandsinformation

2 Modelle, 18 Zeichnungen, 31 Kopien

weiterführende Quellen

  Objekte