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Frei Otto
- Tätigkeit Architekt/in
- Nachweiszeit 1925 - 2015
- Wirkungsort Chemnitz
- weiterer Wirkungsort Warmbronn, Leonberg
Biografie
1947 nahm Otto das Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Berlin auf. Eine Studienreise führte ihn 1950 durch die USA, wo er Stipendiat an der University of Virginia in Charlottesville war. Nach abgeschlossenem Diplom lebte er ab 1952 als selbständiger Architekt in Berlin, beschäftigte sich intensiv mit der Erforschung von Leichtbaukonstruktionen und veröffentlichte 1954 seine Dissertation zum Thema 'Das hängende Dach'. Mit Zeltbauten auf den Bundesgartenschauen 1955 und 1957 erprobte er seine neuen architektonischen Formen. Vor allem der 'Tanzbrunnen' in Köln (1957) erregte Aufsehen: eine runde Freilufttanzfläche aus Beton über einer Zierteichanlage, überspannt von einem sternförmigen Stoffdach. 1957 gründete Otto die 'Entwicklungsstätte für den Leichtbau' in Berlin. 1961 lernte er den Biologen und Anthropologen J. G. Helmcke kennen. Gemeinsam gründeten sie die Forschungsgruppe Biologie und Natur, um die vielfältigen biomorphen Konstruktionen der Kieselalge zu untersuchen, die ein wichtiger Impuls für Ottos eigene Strukturen und Konstruktionen wurde.1961 und 1962 arbeitete er als Assistent an der Technischen Universität in Berlin. Gastprofessuren, vor allem in Amerika, folgten. Ab 1964 unterrichtete er an der Technischen Hochschule in Stuttgart und gründete das 'Institut für leichte Flächentragwerke'. Das institutseigene Gebäude in Stuttgart-Vaihingen, 1967 bis 1968 ausgeführt, war ein Umbau des Modells, das zur Erprobung des deutschen Pavillons auf der Expo 1967 in Montreal erstellt worden war. Für Schwimmbäder und Freilichttheater entwickelte Otto das wandelbare, verfahrbare Dach: eine Verbindung aus Stoffhülle, Hohlmast und Stahlseilkonstruktion, die je nach Wetterlage geschlossen oder geöffnet werden konnte. Ein Beispiel hierfür ist unter anderem das Freilufttheater in Bad Hersfeld (1968). Wohn- und Arbeitsbedingungen unter extremen Klimaverhältnissen annehmbar zu machen, stellte das Motiv für eine weitere Entwicklungslinie dar. So entstanden die Projekte für die unter einer pneumatischen Hülle gelegenen 'Stadt in der Arktis' (1970/1971) und 'Schatten in der Wüste' (1972). Verschiedene Großbauten entstanden in Zusammenarbeit mit anderen Architekturbüros. Mit Günter Behnisch und Partner verwirklichte er von 1968 bis 1972 die Überdachung des Hauptsportstättenbereichs am Olympiapark München. 2015 erhielt er der Pritzker-Preis.
weiterführende Quellen
1966 Pavillon der Bundesrepublik Deutschland auf der EXPO '67 in <br class="linefeed" />Montreal Frei Otto, Berthold Burkhardt
1957 Wohnhochhaus, Studie Frei Otto
1965 Medizinische Fakultät Ulm Frei Otto
1968 - 1969 Konferenzzentrum Mekka (ursprünglich Riad) Frei Otto, Rolf Gutbrod, Ove Arup + Partners
1969 - 1970 Addierbare Zelteinheiten I Frei Otto
1969 - 1970 Addierbare Zelteinheiten II Frei Otto
1971 Bundesgartenschau Köln Frei Otto
1973 Voliere Ludwigsburg Frei Otto
1973 - 1974 Historisches Karusell, Smithsonian Institut Washington D.C. Frei Otto
1973 Multihalle Mannheim Frei Otto, Carlfried Mutschler, Joachim Langner, Ove Arup + Partners, Frei Otto, Atelier Warmbronn
1974 Freilichtbühne Scarborough I Frei Otto, Ove Arup + Partners
1974 Freilichtbühne Scarborough II Frei Otto, Ove Arup + Partners
1974 Schattennetz für Tennisplätze Frei Otto
1974 Sportkomplex im Sultanat Oman (Projektstudie) Frei Otto
1976 Regierungszentrum KOCOMMAS (Kings Office, Council of Ministers and Majilis Al Shura) Frei Otto, Rolf Gutbrod
1977 Baumartige Knotenpunkte Frei Otto
1978 "Flugsaurier", "Feder" als Schattengeber Frei Otto
1978 Schirmstadt Frei Otto
1978 Air Fish (URPNEU) Frei Otto
1979 Audienzsaal "Kings Office Entrance Roof", Eingangsvordach Frei Otto
1980 Zeltstudie Gatlinburg-Place, Hochpunktstudie Frei Otto
1986 DAM-Höfchen Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1986 DAM-Höfchen, Rauminstallation Frei Otto
1972 Sporthalle Frei Otto, Ove Arup + Partners
1983 Hängende Konstruktion, 3 Tafeln Frei Otto, Rainer Graefe, Arnold Walz
1983 Hängende Konstruktion, 3 Tafeln Frei Otto, Rainer Graefe, Arnold Walz
2009 Multihalle Mannheim Carlfried Mutschler, Joachim Langner, Frei Otto, Städelschule
2009 Multihalle Mannheim Carlfried Mutschler, Joachim Langner, Frei Otto, Städelschule
Bestandsinformation
34 Modelle, 1 Bauteil, 121 Zeichnungen, 2 Skizzen, 1 Collage, 35 Pausen, 141 Drucke, 1 Broschüre
Mit Rob Krier: 19 Zeichnungen, 2 Mutterpausen, 2 Kopien