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Erich Mendelsohn

  • Tätigkeit Architekt/in
  • Nachweiszeit 1887 - 1953
  • Wirkungsort Allenstein (Ostpreußen)
  • weiterer Wirkungsort San Francisco

Biografie


Von 1908 bis 1910 studierte Mendelsohn an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und dann bis 1912 bei Theodor Fischer an der Technischen Universität in München. Seine ersten Arbeiten waren Zeichnungen phantastischer Architektur-Visionen in Stahl und Glas, daneben auch Kostüm- und Plakatentwürfe. Expressionistische Künstler der Gruppe "Blaue Reiter" - Paul Klee, Wassily Kandinsky, Franz Marc und auch der Dichter Hugo Ball - gehörten zu seinem Freundeskreis. 1918 eröffnete er ein eigenes Büro in Berlin, wurde Gründungsmitglied der "Novembergruppe" und Mitglied im "Arbeitsrat für Kunst". Sein erster vielbeachteter Bau war der Einsteinturm, ein Observatorium und astrophysikalisches Institut in Potsdam (1920-21). Aufgeschlossene Unternehmer wie der Fabrikant Gustav Hermann, der Verleger Rudolf Lachmann-Mosse und der Warenhausbesitzer Salman Schocken wurden seine weiteren Auftraggeber. 1921 arbeitete er am Neubau der Hutfabrik Friedrich Steinberg, Hermann & Co. in Luckenwalde und führte gemeinsam mit Richard Neutra und dem Bildhauer Rudolf Henning den Umbau des Verlagshauses Rudolf Mosse (1921-23) aus. Ferner entstanden die Doppelvilla in Berlin-Charlottenburg (1922), das Geschäftshaus Weichmann in Gleiwitz (1923) und der Umbau der Meyer-Kauffmann-Textilwerke AG in Wüstegiersdorf (1923). 1924 wurde Mendelssohn Mitbegründer der Architektenvereinigung "Der Ring". Auf einer vom Mosse-Verlag finanzierten Reise in die Vereinigten Staaten lernte er Frank Lloyd Wright kennen; ihr folgten Fahrten in die Sowjetunion. Dynamisch komponierte, stromlinienförmige Volumen, horizontale Mauer- und Fensterbänder und geschwungene Ecklösungen gehörten zu den Charakteristika seiner Formensprache. Beispiele dafür waren vor allem die Bauten für Schocken, wie das 1960 abgerissene Kaufhaus in Stuttgart (1926-28) und das Gebäude in Chemnitz (1928-30). 1927-31 realisierte er am Kurfürstendamm in Berlin ein Projekt für die Wohnhausgrundstücksverwaltungs-AG mit Café, Restaurant, Ladenstraße, Rauchtheater, Hotel, Wohnblock und dem als Vorbild für zahlreiche Kinos dienenden Lichtspielhaus Universum. Erwähnenswert sind ferner der Rudolf-Mosse-Pavillon für die "Pressa" 1928 in Köln, sein eigenes Haus "Am Rupenhorn" in Berlin (1928-30) sowie das Columbus-Haus in Berlin (1931-32). 1933 emigrierte er über Holland nach England und arbeitete dort mit Serge Chermayeff unter anderem am Kurhaus De La Warr in Bexhill-on-Sea (1934-35). Gleichzeitig führte er ein Büro in Palästina, das 1937-38 das Spital in Haifa und 1937-39 die Gebäude für die Hebräische Universität in Jerusalem errichtete. 1941 wanderte er in die USA aus. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in San Francisco, wo er hauptsächlich Gebäude für jüdische Kirchengemeinden errichtete.

Bestandsinformation

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weiterführende Quellen

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