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Walter Gropius

  • Tätigkeit Architekt/in
  • Nachweiszeit 1883 - 1969
  • Wirkungsort Berlin
  • weiterer Wirkungsort Boston

Biografie


Sein Architekturstudium absolvierte Gropius von 1903 bis 1907 an den Technischen Hochschulen in Berlin und München. Danach unternahm er -wie damals üblich- Studienreisen in verschiedene europäische Lander. Praktische Kenntnisse eignete er sich im Atelier von Peter Behrens an. 1910 eröffnete er mit Adolf Meyer ein gemeinsames Büro. Aus dieser Zusammenarbeit ging der Entwurf für die Schuhleistenfabrik Fagus in Alfeld an der Leine (1910-14) hervor. Das quaderförmige Hauptgebäude wurde als tragendes Skelett ohne Eckpfeiler mit einer gerasterten Fassade aus in Metallrahmen eingelassenen Glasfeldern konzipiert, die zu den frühesten Beispielen der Curtain Walls zählt.1914 bauten die beiden Partner eine Musterfabrik für die Werkbundausstellung in Köln. Nach Kriegsende wurde Gropius auf Vorschlag Henry van de Veldes zum Direktor der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar und der Großherzoglichen Hochschule für bildende Kunst ernannt. Diese Ausbildungsstätten schloß Gropius 1919 zum Staatlichen Bauhaus zusammen. Als die Institution zum Umzug gezwungen wurde, plante er in Dessau einen neuen Bauhauskomplex (1925/26). Grundgedanke dabei war, den Hauptfunktionen der Schule durch unterschiedlich gestaltete Gebäudeteile zu entsprechen und diese miteinander zu verbinden. Dazu kamen Wohnhäuser für die Meister und den Direktor (1925/26). Zwischen 1926 und 1928 verwirklichte Gropius sein erstes umfangreicheres Siedlungsprojekt, die Siedlung Törten bei Dessau, für die zum Teil vorfabrizierte Stahlbetonelemente verwendet wurden. In Dessau entstanden 1927 außerdem der Konsumverein und das Arbeitsamt (1927-29). Weitere Bauten folgten im Rahmen der Modellsiedlung Dammerstock in Karlsruhe (1928/29), bei der Gropius die Gesamtleitung übernahm. Gleichzeitig entwickelte er für Erwin Piscator ein Konzept für ein Totaltheater mit einer drehbaren Bühne, die sich in Tiefenbühne, Proszenium oder Zentralbühne umwandeln ließ (1927). 1928 gab er die Leitung des Bauhauses an Hannes Meyer ab und übersiedelte nach Berlin, wo er Leiter des Siemensstadt-Projekts (1929/30) wurde und zwei Blocks, scheibenförmige Wohnhochhäuser mit Laubengängen, selbst gestaltete. Nach der nationzisozialistischen Machtergreifung emigrierte er 1934 nach England und arbeitete bis 1937 mit dem Architekten Maxwell Fry zusammen, unter anderem am Haus Ben Levy in London (1935) und dem Impington Village College in Cambridgeshire (1936-40) . Als ihm eine Professur an der Architekturfakultät der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, angeboten wurde, ging Gropius in die USA. Es folgte eine engere Zusammenarbeit mit Marcel Breuer, unter anderem an einer Arbeitersiedlung in New Kensington (1941). Später arbeitete er mit Konrad Wachsmann an industriell produzierten Häusern (1943-45).1946 gründete Gropius mit jungen Architekten die Arbeitsgemeinschaft TAC, The Architects Collaborative. Ein herausragendes Ergebnis dieser Teamarbeit war das 1949/50 errichtete Graduate Center der Harvard University mit sieben Wohnheimen und einem Gemeinschaftszentrum. Zu den wichtigsten Arbeiten des Spätwerks gehören ferner das 59geschossige, prismenförmige PAN AM Building in New York (1958-63), das im Zusammenwirken mit TAC, Pietro Belluschi und Emery Roth and Sons konzipiert wurde, sowie die Industriebauten der Porzellanfabrik für Rosenthal in Selb (1965-67) und das Thomas-Glaswerk in Amberg (1967-69). Seine Architekturtheorien hat er in zahlreichen Schriften wie »Internationale Architektur« (1925), »Bauhausbauten Dessau« (1930), »The New Architecture and the Bauhaus« (1935) dargelegt.

Bestandsinformation

1 Kunstdruck, 5 Zeichnungen, 7 Pausen

weiterführende Quellen