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Le Corbusier
- Tätigkeit Architekt, Maler, Stadtplaner
- Alias Charles Edouard Jeanneret-Gris
- Nachweiszeit 1887 - 1965
- Wirkungsort La Chaux-de-Fonds
- weiterer Wirkungsort Roquebrune
Biografie
Charles-Edouard Jeanneret-Gris begann 1900 eine Graveur- und Ziseleurlehre unter Charles L'Eplattenier an der Kunstgewerbeschule in seinem Geburtsort La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Bereits 1905 errichtete er dort sein erstes Bauwerk, die Villa Vallet, für ein Mitglied der Kunstschule. Danach besuchte er Italien, Budapest und Wien, bevor er bei Auguste Perret in Paris Einblick in die Möglichkeiten von Stahlbetonkonstruktionen erhielt (1908/09) und weitere Erfahrungen bei Peter Behrens in Berlin sammelte (1910/11). Zu seinen frühen Arbeiten zählen das Konzept der Dom-ino-Häuser, ein 1914/15 erarbeitetes Bausystem zur industriellen Serienproduktion in Stahlbeton, und die Villa Schwob in La Chaux-de-Fonds (1916), ein Stahlbetonbau im klassizistischen Gewand. 1917 ließ sich Jeanneret in Paris nieder und änderte seinen Namen in Le Corbusier. Hier lernte er auch den Maler Amédée Ozenfant kennen, mit dem er das Manifest »Apres le cubisme« (1918) veröffentlichte und ab 1920 die Zeitschrift »L'Esprit Nouveau« herausgab. Zwischen 1920 und 1922 entwickelte er die Citrohan-Häuser, schachtelartige Bauten mit tragenden Wänden an den Längsseiten, die in einer zweiten Fassung auf Stützen gehoben wurden.1922 schloß er sich mit seinem Vetter Pierre Jeanneret zusammen, arbeitete an der Villa Ozenfant in Paris und entwickelte das Konzept für eine Stadt mit drei Millionen Einwohnern. 1923 gab Le Corbusier seine gesammelten Artikel aus »L'Esprit Nouveau« unter dem Titel »Vers une Architecture« neu heraus. In der Folgezeit baute er unter anderem das Doppelhaus La Roche und Jeanneret in Auteuil (1923), eine Wohnsiedlung in Pessac (1925), das Haus Cook in Boulogne-sur-Seine (1926) und die Villa Stein in Garches (1927). Sein Pavillon de L'Esprit Nouveau auf der Pariser Ausstellung von 1925 bildete den modellhaften Baustein eines Großwohnblocks. Hochhäuser dominierten schließlich seinen Plan Voisin für ein neues Paris (1925). 1927 nahm er am Wettbewerb des Genfer Völkerbundpalastes und an der Werkbundausstellung in Stuttgart-Weißenhof mit zwei Wohnhäusern teil, wobei er versuchte, sein Fünfpunkteprogramm einer neuen, zeitgemäßen Architektur umzusetzen: Pfosten (Pilotis), Dachgärten, freier Grundriß, Langfenster und freie Fassadengestaltung. Ein Jahr später wurde Le Corbusier Gründungsmitglied der Congrès Internationaux d'Architecture Moderne (CIAM). Auf schlanke Stützen stellte er die Villa Savoye in Poissy (1929-31), ein weißes Prisma mit Rampen und überraschenden Durchblicken im Innern, gefolgt von der Cité de Refuge der Heilsarmee in Paris (1929-32) und dem Schweizer Pavillon der Cité Universitaire in Paris (1930-32). Für das Projekt des Sowjet-Palastes in Moskau (1931) erarbeitete er eine Halle, die an einem weiten, überspannenden Parabelbogen hängt. 1935 reiste er zum ersten Mal in die USA und veröffentlichte ein weiteres Stadtplunungskonzept unter dem Titel »La Ville radieuse«. Seine Planungen für ein Ministeriumsgebäude in Rio de Janeiro und die Zentrale der Vereinten Nationen in New York wurden schließlich von Costa, Niemeyer und Reidy beziehungsweise Harrison und Abramowitz ausgeführt. Erste Vorarbeiten zum Modulor, einem von Le Corbusier entwickelten Maßsystem nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts, ausgehend von den Proportionen des menschlichen Körpers, entstanden 1942. 1944 veröffentlichte er die Charta von Athen, Überlegungen und Forderungen zu einer zeitgemäßen, funktionellen Stadt, die 1933 vom CIAM zusammengestellt und 1941 von Le Corbusier weiterentwickelt worden waren. Ein bedeutendes Experiment im Massenwohnungsbau stellt die Unité d'Habitation in Marseille (1945-52) dar, ein Hochhauskomplex auf massigen Pilotis mit 337 Wohneinheiten, Ladenstraße, Freizeit- und Kommunikationseinrichtungen. Weitere Unités folgten unter anderem in Nantes-Reze (1952-57), in Berlin (1956/57) und in Meaux (1957-59). Zu Le Corbusiers Spätwerk, expressiv geformten, skulpturalen Bauten, die auch nicht mehr den prototypischen Anspruch seiner Vorkriegsbauten hatten, gehören die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp (1950-54), das Dominikanerkloster Sainte-Marie-de-la-Tourette in Evreux-sur-L'Arbresle (1957-60) sowie der Justizpalast in Chandigarh (1950-56) . Bereits 1950 und 1951 arbeitete er mit Maxwell Fry und Jane Drew an einem Flächennutzungsplan für diese indische Stadt. In Amerika errichtete er nur das Visual Arts Center in Cambridge, Massachusetts, das 1964 vollendet wurde. Le Corbusier gehört nicht nur zu den wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts, sondern war daneben auch ein bedeutender Theoretiker und Maler.
weiterführende Quellen
1985 Villa Savoye Le Corbusier, N. Borgerding
undatiert (Nachbau) Mundaneum Le Corbusier
1957 Persönlicher Nachlass - (Fremde Arbeiten) Hans Scharoun, Le Corbusier
Deckeldose "Ronchamp" Max Bächer, Le Corbusier
2009 Pavillon de l´esprit nouveau Le Corbusier, Städelschule
2009 Philips-Pavillon, Weltausstellung Brüssel 1958 Le Corbusier, Iannis Xenakis, Hoyte Duyster, Städelschule
2009 Philips-Pavillon, Weltausstellung Brüssel 1958 Le Corbusier, Iannis Xenakis, Hoyte Duyster, Städelschule
2009 Philips-Pavillon, Weltausstellung Brüssel 1958 Le Corbusier, Iannis Xenakis, Hoyte Duyster, Städelschule
Bestandsinformation
2 Modelle, 8 Zeichnungen, 25 Pausen