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Beschreibung

Sonnenuntergang am Matterhorn vereint die verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten des Architekten – Modell, Zeichnung, Fotografie und Text – in einem einzigen Werk. Es vermag daher mehr Informationen zu vermitteln als ein Architekturmodell. Entstehung, Umsetzung, sogar eine Deutungsanleitung sind in der Arbeit festgehalten und überdauern als eigenständiges Kunstwerk auch das Ende der Installation aus dem Jahr 1974.
Die Fotos und überlagernden Zeichnungen simulieren einen Panoramablick in den Vorhof des Braunschweiger Kunstvereins. Das Modell zeigt ein postkartenartiges Bild des Matterhorns, dessen in der Realität schier unbezwingbarer Gipfel hier von den Besuchern mit einem Seilzug heruntergekurbelt werden konnte. Statt mit einer Seilbahn zum Berg hinauf zu fahren, gleitet der Gipfel auf Seilen hinab. Diese spielerische Aktion kann im Modell besonders anschaulich dargestellt werden, da das Bild der Bergspitze auf halbem Weg zwischen oben und unten zu sehen ist.
Die Architekten-und Künstlergruppe Haus-Rucker-Co hat mit dem Modell Stück Natur eingeweckt das Thema auf ähnliche Weise variiert: Natursehnsucht und -unterwerfung sind in der modernen Zivilisation die beiden Seiten derselben Medaille.
(Teresa Fankhänel)

aus: Oliver Elser, Peter Cachola Schmal: Das Architekturmodell – Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie, Ausstellungskatalog DAM, Zürich 2012

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